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„HISTORISCHE“ REISE MIT DB-AUTOZUG  (Autorin: Kirsten Giller)

Bayern Urlaub 4.7.-14.7.2000 oder die abenteuerliche Reise mit dem DB-Autozug.

Um schnell und bequem ans Ziel zu kommen, das schöne Bayern, haben wir uns in dem Jahr 2000 für die Reise mit dem DB-Autozug entschieden.

Ziemlich spontan, denn die Buchung haben wir erst 3 Tage vor Abreise im Internet getätigt.

Ein Pluspunkt für die Deutsche Bahn, denn das hat super geklappt. Am Samstag im Internet gebucht, am Montag per Telefon die Buchung klargemacht.

Am Dienstagmorgen um Punkt 5.30 Uhr standen wir mit bepacktem Motorrad in Köln-Deutz am Bahnhof an der Verladestation.

Wo wir uns erstmal fragten, was wir hier eigentlich tun?! Eine Reise für Warmduscher!

Wir standen unter scheintoten Mercedesfahrern und älteren Paaren mit polierten Tuntensenften (auch Chopper genannt).

Was soll's! Die Tickets waren bezahlt (470,-DM Hin-und Rückfahrt für zwei Personen und ein Motorrad, falls es jemanden interessiert).

Also rauf auf den Zug..... Nana, nicht so schnell, denn die Verladung war echt eine mittelschwere Katastrophe.

Die Motorradfahrer wurden gebeten, 20 Minuten vor der eigentlichen Verladezeit (6.00Uhr) dort zu sein. Leider kamen wir dafür 20 Minuten später dran.

Zunächst durften die Autofahrer drauf, was lustig anzusehen war, denn keiner hat es so richtig geschnallt, ordnungsgemäß auf den Zug aufzufahren.

Der erste versuchte es Rückwärts, der zweite zerschranzte sich erstmal seine Stoßstange usw. usw. Zum Schluss durften wir endlich drauf und unsere Hornet wurde gut festgezurrt.

 

Anmerkung: Heutzutage fährt kein DB-Autozug mehr von Köln-Deutz.

Der nächste Bahnhof für den Auto- und Motorradtransport per Bahn ist in Düsseldorf.

 

STRESS AM BAHNHOF

Mit unserem kompletten Gepäck ging die Hetze dann richtig los. Rein in den Bahnhof, Gleis suchen,

Frühstück besorgen (was man am besten nicht am Bahnhof tun sollte, denn die Preise sind der Hammer!), rein in den Zug und Abteil suchen.

Also Stress pur und das alles mitten in der Nacht! :-( Die nächste Überraschung erwartete uns in unserem Abteil.

Ein "hübsches" Abteil in dunkelgrün gehalten mit orangen Vorhängen. Zauberhaft, aber zu ertragen, wären da nicht Tausende von langen, weißen Hundenhaaren gewesen,

die sich über die gesamten sechs Sitze verteilten. Igitt!! :-( Echt ekelig, obwohl es tatsächlich noch ekligeres vom Zug zu berichten gibt. Aber dazu später....

Da standen wir nun in unserem Hundeabteil. Gestresst, müde und hungrig. Was tun?

Uns beschweren und riskieren das uns der Zugbegleiter in ein Abteil setzt, wo womöglich das Paar mit der Tuntensenfte sitzt??!!??

Neeeee, da bleiben wir doch lieber allein. Allein mit unseren Hundehaaren.

Wir verstauten das Gepäck und machten uns erstmal auf den Weg zum Speisewagen, wo wir von dem Mitropa-Team ( Das ganze Leben ist ein Quiz......)

freundlich empfangen wurden. Kaffee und Tee je 5,-DM. :-( Aber man gönnt sich ja sonst nix! Nun ging es dran, 7 Stunden in einem Zug zu überbrücken.

Am besten mit schlafen. In voller Leberbekleidung, versteht sich, wegen der Hundehaare. Zwischendurch wurde vom Mitropa-Team kostenlos ein Kaffee, Tee und Croissant gebracht.

Prima. Auf das Mittagessen verzichteten wir, denn die Auswahl war klein, dafür die Preise groß. Ach ja, man darf bei der Reise mit dem Autozug keine schwache Blase haben,

denn für den Toilettenbesuch muss man schon hart im Nehmen sein. Darauf gehe ich jetzt besser nicht näher ein..... :-(

 

In München angekommen ging alles recht zügig. Nach ca. 1/2 Stunde fuhren wir endlich wieder auf zwei Rädern und der Urlaub konnte beginnen..........

 

DIE RÜCKREISE

Die Rückreise gestaltete sich ähnlich wie die Hinfahrt.

Die Verladung in München lief allerdings etwas reibungsloser ab als in Köln. In unserem Abteil fanden wir diesmal keine Hundehaare, dafür ein älteres Ehepaar aus Hagen,

wobei unsere Freude sich in Grenzen hielt, obwohl wir gleich mit köstlichem, selbstgebranntem Obstler bewirtet wurden, der einen erblinden ließ.

Sieben Stunden mit einem geschwätzigen, gebürtigen Österreicher, den man kaum verstand?! Das hält kein Mensch aus!!

Zum Glück gewährte uns, unser neugewonnener Kumpel Stephan, Asyl in seinem Abteil, das er ganz für sich allein hatte.

Stephan, noch mal tausend Dank für die Rettung!!

Somit gestaltete sich die Rückreise recht angenehm, mit Ausnahme der Toilettenbesuche, die sich leider nicht vermeiden ließen, so sehr wir es auch versuchten. :-)

 

FAZIT DER REISE

Die Alpen sind, besonders für Motorradfahrer, immer eine Reise wert.

Atemberaubende Landschaft, schöne Strecken und nette Menschen, die zwar etwas komisch sprechen. :-))

Mit dem DB-Autozug kommt man zwar trocken und ohne schmerzendes Hinterteil an sein Ziel, aber das ist wohl doch eher für Warmduscher und Weicheier gemacht.

Dies war sicher nicht unsere letzte Reise nach Bayern aber bestimmt unsere erste und letzte Reise mit dem DB-Autozug.